Liebe Leserin, lieber Leser!
Besitzen Sie einen Lieblingsort?
Einen persönlichen Rückzugsort oder besonderen Platz, an dem Sie sich besonders wohlfühlen? Wo Sie entspannt oder inspiriert werden?
Für die einen ist es eine von alten Bäumen umgebene Bank, für die anderen eine stille Kirche, in der sie zur Ruhe kommen. Mein Lieblingsort ist schon seit Jahren der Heimbergturm zwischen Wald- und Schlossböckelheim.
Ich liebe es, vom Parkplatz am Friedhof aufzubrechen. Der asphaltierte Weg geht das erste Stück langsam ansteigend an Blumenwiesen vorbei. Dann erreicht er die Weinberge, wird steiler und
schlängelt sich in Serpentinen bis auf das Plateau. Schließlich folgt der Aufstieg auf den 29 Meter hohen Turm. Von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht auf das Nahetal, den Hunsrück und weit bis ins Nordpfälzer Bergland.
Türme haben mich seit jeher fasziniert. Ich erinnere mich an wunderbare Naturerlebnisse auf dem Idarkopf- oder Wildenburgturm.
Von dort oben sehen die Berge, Felder und Wiesen, Häuser und Straßen wie eine Miniaturlandschaft aus. Alles wirkt kleiner, übersichtlicher, harmonischer. Dort oben fühle ich mich frei. Ich kann mich wieder orientieren und steige
entspannt wieder nach unten.
Warum wird unser Herz auf einem Turm weit? Weil wir uns dort dem Himmel ein Stück näher fühlen?
Ist das nicht auch der Grund, warum Kirchen früher auf einem Hügel erbaut wurden? In Reich- und Rufweite zu Gott.
Die Höhe von Heuchelheim ist für mich auch so ein Lieblingsort. Da gibt es zwar keinen Turm, aber eine XXL-Bank, die man besteigen kann. Leider konnten wir wegen
des Wetters in diesem Jahr nicht unter freiem Himmel Gottesdienst feiern. Doch die Weite und Freiheit des Himmels können wir auch anders, in unserem Herzen spüren.
Der Mystiker Angelus Silesius sagt:
„Halt an! Wo willst du hin?
Der Himmel ist in dir. Suchst du
ihn anderswo, du fehlst ihn für und für.“
Es grüßt Sie
Ihr Erik Zimmermann

